
Das Bedürfnis nach sinnerfülltem Handeln und nachhaltigem Wirtschaften in christlichem Sinn erzeugt ein wachsendes Angebot an Seminaren, Kursen, Lehrgängen, Workshops, Exerzitien und Vorträgen speziell für Christen in Beruf und speziell in Führungspositionen der Wirtschaft.
Hier wird versucht marktwirtschaftliches Unternehmertum und christliches Handeln miteinander in Einklang zu bringen und entsprechende Methoden und Leitsätze aus der Heiligen Schrift abzuleiten. Immerhin waren die biblischen Stammväter wie Abraham und Jakob so etwas wie Großgrundbesitzer mit Ländereien, Herden und vielen "Angestellten".
In diesen Fortbildungsangeboten werden z. B. bislang rein betriebswirtschaftlich besetzte Begriffe wie Strategieentwicklung, Personalmanagement, Wohlstand, Reichtum, Geld, Macht, Downsizing, unternehmerische Verantwortung, Potenzialentwicklung, Ressourcenentwicklung und Nachhaltigkeit untersucht und unter christlichen Gesichtspunkten analysiert.
Dabei entpuppt sich oft manche Managementmethode als hohle Phrase oder sogar als ein schönes Wort für unmenschliches Handeln. Schließlich vermitteln diese speziellen Kurse Methoden für Life-Leadership, Mind-Mapping, Persönlichkeitsentwicklung, Verwalterschaft, Temp-Konzept, Time-Management, Wahrheitstuning oder Work-Life-Balance, die helfen können, die Balance zwischen Unternehmer und Christ zu halten.
Parallel zum Kursangebot wächst die Liste entsprechender Literatur auf dem Markt mit Titeln wie simplify your life; god@work; Zeichen setzen - Werte leben; Zukunft erfolgreich gestalten; Was morgen zählt ...; Jeder Tag ist eine Chance; Leben, um zu arbeiten - Arbeiten, um zu leben; Prioritäten setzen in Zeiten der Globalisierung; Wie gehen wir mit uns und anderen um?, Mehr vom Leben; Management auf biblischer Grundlage; nur um einige wenige Beispiele zu nennen.
Doch hinter all den Büchern und Seminaren steckt eigentlich nicht viel mehr als die fundamentale Erkenntnis des heiligen Augustinus: „Liebe und tu was Du willst.“
Das klingt zwar einfacher als es in Wahrheit ist. Dennoch kann man da nicht viel falsch machen, oder?